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Wie die Zeit vergeht…

Und schon wieder ist es mehr als drei Wochen her, dass ich gebloggt habe. Irgendwie schaffe ich es einfach nicht öfter, ich weiß auch nicht, wieso. Diese Art zu bloggen scheint mir nicht mehr wirklich zu liegen. Mal sehen, was ich mit diesem Blog mache, wenn meine Zeit in Frankreich zu Ende ist. Vielleicht mache ich dann etwas in Richtung Kommentare zur TV-Landschaft, Politik und allem anderen, was in der Öffentlichkeit so passiert. Mal sehen; ich würde auf jeden Fall gerne weiterschreiben und ein Blog ist eben eine Möglichkeit, dies zu tun.

Inzwischen war ich endlich zum ersten Mal hier im Kino. Das Kino ist ja nur ein paar Meter von hier entfernt; ich kann also in weniger als zehn Minuten hinlaufen, wenn ich will. Dennoch hat es mehr als drei Monate gedauert, bis ich endlich mal dort gelandet bin. Der Film hieß „Des vrais mensonges“. Es ist eine Komödie mit Audrey Tautou und Nathalie Baye. Die Handlung: Ein Typ ist verliebt in die Besitzerin eines Friseursalons (Audrey Tautou) und schreibt ihr einen Brief. Sie wirft diesen Brief jedoch weg. Später holt sie ihn aber wieder aus dem Müll, tippt ihn ab und schickt ihn an ihre Mutter, die die Trennung von ihrem Mann nie überwunden hat. Da die Wirkung nicht allzu lang anhält, muss sie weitere Briefe schreiben und durch eine Verwechslung hält die Mutter dann den echten Verfasser des ersten Briefes für ihren heimlichen Verehrer.

Insgesamt eine schöne Komödie, die ich auf jeden Fall empfehlen kann. Der Handlung konnte ich sehr gut folgen, wenn ich auch nicht jedes Wort verstanden habe. Es hat sich aber etwas blöd angefühlt, wenn die ganzen Franzosen um einen rum an einer Stelle lachen, man selbst aber nicht. Etwas beruhigend: Die anderen Assistenten (Betsy, Corinne und Kaitlin waren dabei) haben auch nicht alles verstanden / auch nicht bei jedem Witz gelacht. Ich liege also im Soll mit meinem Französisch. Es fällt mir ein wenig schwer zu beurteilen, ob sich mein Französisch in den letzten Monaten verbessert hat. Ich denke aber schon. Ich kann mich inzwischen einigermaßen flüssig unterhalten und auch bei den Nachrichten im Radio kann ich zumindest teilweise verstehen, was passiert ist. Und für den Kinobesuch hat es auch gereicht; ich hoffe, zukünftig schaffe ich es öfters dorthin.

In meinem letzten Eintrag habe ich ja angesprochen, dass ich ein Arbeitsblatt namens „Menschen 2010“ mit meinen Schülern machen wollte. Das habe ich auch gemacht; genau genommen habe ich nicht viel anderes gemacht seit dem. Die meisten Klassen habe ich ja nur alle zwei Wochen (bei einer Klasse hat sich das auch gerade erst von jeder Woche auf jede zweite Woche geändert), von daher ist das einigermaßen normal. Zudem ist noch die eine oder andere Stunde ausgefallen (was nie meine Schuld war).

Auf jeden Fall hat dieses Arbeitsblatt wirklich gut funktioniert. Die Schüler sind nicht schlecht und bekommen die Leute, die sie kennen können, ganz gut hin. Nur der Name „Jörg Kachelmann“ bereitet ihnen große Probleme. War mir gar nicht bewusst, dass dieser Name so schwierig ist für Franzosen. Ich hatte als weitere Aufgabe noch vorgesehen, dass sie sich überlegen sollten, wer für sie ein „Mensch 2010“ war. Bislang hat das nicht so wahnsinnig gut geklappt, da die Schüler auch nach recht langer Vorbereitungszeit nicht allzu viel sagen konnten. Aber der erste Teil hat ziemlich gut funktioniert.

Seit Freitag habe ich endlich die Materialien zu „Lola rennt“. In den Klassen, in denen ich das mache, werde ich nichts anderes mehr vorbereiten müssen. Im Grunde ist das Problem jetzt anders herum: Viele Klassen habe ich ja nur alle zwei Wochen, was bei noch acht Arbeitswochen (ja, mehr sind es nicht mehr) bedeutet, dass ich sie nur noch vier Mal sehen werde. Der Film hat eine kurze Vorgeschichte und dann wird drei Mal das selbe erzählt. Will ich das alles zeigen, brauche ich eigentlich mindestens diese vier Stunden. Will ich es etwas ausführlicher machen, dann habe ich schon ein Problem. Am Donnerstag könnte ich das zum ersten Mal machen und so lange habe ich jetzt noch Zeit, zu überlegen, was genau ich machen könnte.

Letzte Woche war meine Mutter da. Ich habe ihr Lure ein wenig gezeigt und wir haben einen Ausflug nach Besançon gemacht. Ich kenne Lure jetzt wesentlich besser als zuvor. Normalerweise laufe ich hier ja nicht allzu viel rum und daher habe ich auch noch nicht allzu viel von Lure wahrgenommen. Das hat sich jetzt ein wenig geändert. Ich kenne jetzt immerhin auch ein paar Seitenstraßen und war auch in noch ein paar Geschäften mehr (es gibt hier ein Geschäft, in dem man sehr gute und leider auch sehr teure Schokolade und auch Pralinen kaufen kann).

Besançon ist eine wundervolle Stadt. Vom Flair ähnelt sie sehr Heidelberg. Es gibt sehr viele Studenten, sprich man sieht fast nur junge Menschen in Besançon. Und die vielen kleinen Gassen im centre ville sind einfach nur toll. Ich kann jedem nur empfehlen, mal in dieser Stadt vorbeizuschauen.

Gestern war ich bei meinem ersten Konzert in Frankreich. Im Auditorium in Lure spielte Xavier Merlet. Vor dem Konzert waren ich und Betsy, die auch mitging, noch bei Tanja, der einen Lehrerin vom collège, eingeladen. Sie wohnt in unmittelbarer Nähe vom Auditorium in einem sehr interessanten aus. Es hat ein bisschen was von einem Schloss. Am Eingang ist ein riesiges Tor und wenn man in das Gebäude geht, hat es noch ein etwas verwirrendes Treppenhaus, bis man in der Wohnung ist.

Wir bekamen etwas zu trinken und einige Snacks (Wurst, Käse, Chips, Tomaten…). Und wir haben uns natürlich unterhalten. Eine recht lange Konversation auf Französisch – das hatte ich bislang nicht oft. Aber es war wirklich angenehm und hat auch gut geklappt.

Das Konzert, auf das wir dann im Anschluss alle drei gingen, war wirklich gut. Es ist nicht gerade leicht, den Stil zu beschreiben. Hatte etwas von schrägem Schlager der 70er Jahre (die Anmoderationen vom Sänger waren auch sehr schräg und auch sonst haben er und seine Band viele schräge Dinge getan auf der Bühne), aber auch von typischer französischer Musik. Die Instrumente waren Gitarre, Klavier, Kontrabass und Akkordeon. Ich habe mir (ebenso wie die anderen beiden) im Anschluss die CD von ihm gekauft. Es war also wirklich ein gelungener Abend.

Es ist unglaublich, wie schnell die Zeit jetzt auf einmal doch vergeht. Ich habe noch acht Arbeitswochen. In drei Wochen sind schon wieder Ferien und danach sind es nur noch fünf Wochen, bis alles vorbei ist. Und dabei habe ich mich gerade daran gewöhnt, hier zu sein. Ich bin mir ziemlich sicher, dass mir die Zeit hier fehlen wird, wenn ich erst einmal weg bin. Klar, es wird auch schön, wieder zu Hause zu sein, aber ich habe mich beispielsweise gerade daran gewöhnt, alleine zu wohnen und es ist weit weniger unangenehm, als ich dachte.

Ich werde jetzt also versuchen, die letzten Wochen hier so gut wie möglich zu genießen. Ich habe auch die Hoffnung, dass ich etwas mehr unternehme als zu Beginn. Der Ausflug nach Besançon, der Kinobesuch vor ein paar Wochen und der Konzertbesuch gestern waren ja schon einmal ein guter Anfang; mal sehen, wie es weitergeht.

 

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