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Die Vorweihnachtszeit – Teil 2

Ein frohes neues Jahr an alle! Während in Deutschland bzw. insbesondere in Baden-Württemberg die meisten diese Woche noch Ferien oder Urlaub genossen haben (oder zumindest am Donnerstag frei hatten, weil da ja Feiertag war), bin ich seit letztem Sonntag schon wieder in Lure und habe fleißig gearbeitet.

Bevor ich aber dazu komme, muss ich noch die restlichen Dinge erzählen, die vor Weihnachten passiert sind.

Mitte Dezember ist Betsy mit mir nach Mannheim gefahren. Ich wollte ihr Mannheim zeigen und vor allem den Weihnachtsmarkt. In Frankreich ist das Phänomen Weihnachtsmarkt inzwischen auch sehr verbreitet (Betsy hat in den Weihnachtsferien eine Art Rundreise durch Frankreich gemacht und ich habe Bilder gesehen von mehreren Weihnachtsmärkten in den verschiedensten Regionen Frankreichs), aber ursprünglich ist es ja etwas Deutsches und bis zu diesem Zeitpunkt hatte sie auch noch keinen gesehen. So gesehen also eine spannende Sache.

Ich denke (und auf Betsys Blog lässt sich das auch nachlesen), ihr hat der Aufenthalt in Mannheim gefallen. Es war für sie das erste Mal in Deutschland. Auf jeden Fall hat sie sich mal sehr positiv über das Essen geäußert. An dem Tag, als wir ankamen, hatten wir Nürnberger Bratwurst und Pommes. Sonntags waren wir bei mir in der Nähe essen und am Samstag waren wir auf dem Weihnachtsmarkt, wo sie (glaube ich) nur eine Brezel aß, die sie aber auch toll fand. Ich sollte ein Foto von ihr machen mit einer Brezel in der Hand. Irgendwie schräg. Amerikaner sind offenbar sehr leicht zu begeistern…

Neben mir und Betsy war noch Thomas (für alle, die ihn nicht kennen: Das ist ein Freund von mir.) dabei. War ein lustiger Nachmittag / Abend. Die beiden haben keinen Glühwein, aber dafür Feuerzangenbowle getrunken. Schön daran ist zweifelsohne das Wort an sich; ich denke nicht, dass man das als Ausländer ohne mehrere Jahre Deutsch-Studium auswendig hinbekommt…

Nebenbei bekam ich von Betsy im Laufe des Wochenendes noch ein paar Einrichtungstipps. Ich denke, ich werde einer Idee sogar folgen, wenn ich wieder ganz zu Hause bin. Thanks for that!

Einen Tag, nachdem wir wieder zurück waren, haben wir fünf Assistenten aus Lure uns dann noch zum Abendessen bei mir getroffen, sozusagen als kleine Weihnachtsfeier. War ein sehr gemütlicher und angenehmer Abend. Internet ist auch in so einem Fall eine schöne Sache; das ein oder andere youtube-Video hat uns an diesem Abend auch begleitet.

Ich habe ein typisch deutsches Weihnachtsessen gekocht: Würstchen mit Kartoffelsalat. Ist ja glücklicherweise einfach zu machen (vor allem wenn man am Vortag daheim war und so auch deutsche Würstchen besorgen konnte). Außerdem habe ich noch eine Kartoffel-Sellerie-Suppe gemacht, die, wie auch das andere, gut ankam (offenbar so gut, dass das Dessert, welches Corinne, die Schweizerin, gemacht hat, unangetastet blieb, weil alle voll waren. Es scheint, als kann ich tatsächlich ganz gut kochen…

Vor den Ferien habe ich noch eine besondere Schulstunde besucht. Eine Klasse im lycée hat in einer Doppelstunde Hexenhäuser gebastelt. Die sahen echt klasse aus. Ich war echt beeindruckt, was manche da hinbekommen haben. Die Schüler mussten wohl den Lebkuchen zu Hause backen und zurechtschneiden; das Zusammensetzen und Dekorieren fand dann in der Kantine statt. Dazu brachten die Schüler halt jede Menge Zeugs mit: Puderzucker, Schokolade zum Schmelzen, Gummibärchen etc., Smarties (oder M&Ms?)… Die Ergebnisse waren echt toll. Eine schöne Idee, die ich mir merken werde. Kann man ja auch mal als Deutschlehrer in Deutschland kurz vor den Ferien machen oder so…

Und dann waren auch schon Ferien. Und seit einer Woche bin ich jetzt eben wieder hier. Letztes Wochenende hatte ich absolut keine Lust zu fahren. Ich hatte mich in den Ferien wieder zu sehr ans Daheim-Sein und an das Nichtstun gewöhnt; dazu kam noch das deutsche Fernsehen etc. Aber das ist schon wieder Vergangenheit. Ich fühle mich schon wieder sehr wohl hier. Das lag wohl auch daran, dass der Unterricht diese Woche ziemlich gut geklappt hat. Ich habe mir das Lied „Wenn jetzt Sommer wär‘“ von Pohlmann ausgesucht, daraus (wie üblich) einen Lückentext gemacht und nach Vervollständigen sollten mir die Schüler erst sagen, was Pohlmann machen würde, wenn jetzt Sommer wäre und danach noch, was sie selbst machen würden, wenn jetzt Sommer wäre. Somit hatte ich sogar eine kleine Konjunktivübung mit drin (jedoch nur für den Konjunktiv mit „würde“, aber mit dem kann man ja schon wunderbar ausdrücken, was man ausdrücken will). Donnerstags habe ich ja an und für sich meine schwierigste Klasse, aber dieses Mal wirkten sie echt motiviert und arbeiteten sehr gut mit. Das hat mich sehr gefreut. Das Lied „Wenn jetzt Sommer wär‘“ ist also sehr zu empfehlen.

Gestern im collège habe ich noch etwas gemacht, was ich nächste Woche auch im lycée machen werde. Zum einen eine kleine Präsentation über Silvester in Deutschland (was nicht so wahnsinnig spannend ist, da es zu dem Thema nicht wirklich viel gibt), zum anderen eine Art Quiz mit dem Titel „Menschen 2010“. Ich hab die Bilder und Namen von zwölf Deutschen, die 2010 in irgendeiner Form besonders waren (z.B. Thomas Müller, Christian Wulff, Lena usw.) auf ein Blatt gedruckt und darunter pro Person einen Satz in Ich-Form. Die Schüler sollten die Sätze den Personen zuordnen. Zum Teil mussten die Schüler raten (weil wenn man Jörg Kachelmann und Thilo Sarrazin nicht kennt, kann man nicht wissen, wer ein Buch geschrieben und wer gerade einen Gerichtsprozess am Laufen hat), zum Teil konnte man es auch erschließen (Thomas Müller als Fußballspieler könnte was mit der WM 2010 zu tun haben etc.). Das hat auch ziemlich gut funktioniert; die Schüler haben nicht einfach blind geraten (außer bei den Personen, bei denen es nicht anders ging), sondern wirklich nachgedacht und das meiste logisch erschlossen.

Außerdem habe ich durch die eine Lehrerin gestern eine großartige Idee bekommen: Der Film „Lola rennt“. Den kann man sehr gut in drei Teile teilen und dazu einiges arbeiten. Ich hab den Film hier und werde ihn mir jetzt noch einmal genau anschauen und überlegen, was man da alles machen kann. Auf jeden Fall bietet das Potential für mehrere Unterrichtsstunden. Die Lehrerin, die mir davon erzählt hat (ein Kollege von ihr hat das Thema angefangen und sie hat es zu Ende geführt), hat mir erzählt, dass die Schüler zum Beispiel ein Telefonat am Anfang nachsynchronisieren mussten. Dazu müssen die Schüler auch mal ein bisschen aus sich rausgehen und emotional werden. Im collège hat das offenbar echt gut geklappt. Dann sollte ich damit im lycée auch etwas anfangen können. Dass ich auf den Film nicht früher gekommen bin…

So, jetzt seid ihr endlich wieder auf dem aktuellsten Stand. Ich habe dieses Wochenende mehr oder weniger Halbzeit, da hier ja ab Mitte April Ferien sind. Insgesamt habe ich noch genau zwölf Unterrichtswochen vor mir. Klingt irgendwie nach total wenig. Aber wir werden sehen…

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